WordPress White Screen of Death beheben

Der "White Screen of Death" (WSOD) ist eines der frustrierendsten WordPress-Probleme. Ihre Website zeigt nur einen weißen Bildschirm ohne Fehlermeldung, sodass Sie nicht wissen, was falsch ist. In diesem Artikel helfen wir Ihnen Schritt für Schritt, die Ursache zu finden und zu beheben.

Was verursacht den White Screen of Death?

Der WSOD entsteht, wenn WordPress einen fatalen PHP-Fehler antrifft, aber keine Fehlermeldung anzeigen kann. Die häufigsten Ursachen sind:

  • Plugin-Konflikte - Ein Plugin, das nicht mit Ihrer WordPress-Version oder anderen Plugins kompatibel ist
  • Theme-Probleme - Ein Fehler in Ihrem aktiven Theme oder Child Theme
  • PHP Memory Limit - WordPress hat nicht genug Speicher, um zu funktionieren
  • Korrupte Dateien - Beschädigte WordPress-Core-Dateien
  • PHP-Version-Inkompatibilität - Ihre Website läuft auf einer zu alten oder zu neuen PHP-Version

Schritt 1: WP_DEBUG aktivieren

Der erste Schritt ist, PHP-Fehler sichtbar zu machen. Dies tun Sie via FTP oder den Dateimanager in DirectAdmin.

Via FTP verbinden

Stellen Sie zuerst eine FTP-Verbindung zu Ihrer Website her. Suchen Sie die Datei wp-config.php im Hauptverzeichnis.

WP_DEBUG aktivieren

Öffnen Sie wp-config.php und suchen Sie die Zeile mit WP_DEBUG und ändern Sie false zu true. Speichern Sie die Datei und laden Sie Ihre Website neu. Nun sollten Sie eine PHP-Fehlermeldung sehen, die angibt, was das Problem ist.

Wichtig: Deaktivieren Sie WP_DEBUG wieder, nachdem das Problem behoben ist, da Fehlermeldungen sensible Informationen enthalten.

Schritt 2: Plugins via FTP deaktivieren

Wenn Sie sich nicht mehr in WordPress einloggen können, können Sie Plugins manuell deaktivieren:

  1. Verbinden Sie sich via FTP mit Ihrer Website
  2. Navigieren Sie zu wp-content/plugins/
  3. Benennen Sie den Ordner "plugins" in "plugins_disabled" um
  4. Laden Sie Ihre Website - funktioniert sie jetzt? Dann liegt es an einem Plugin
  5. Benennen Sie den Ordner wieder in "plugins" um
  6. Benennen Sie einzelne Plugin-Ordner um, um den Übeltäter zu finden

Systematisch testen

  1. Benennen Sie Plugin-Ordner einzeln um (z.B. "akismet" zu "akismet_disabled")
  2. Testen Sie Ihre Website nach jeder Änderung
  3. Das Plugin, das das Problem verursacht, ist dasjenige, nach dessen Umbenennung Ihre Website wieder funktioniert
  4. Entfernen oder aktualisieren Sie dieses Plugin

Schritt 3: Theme überprüfen

Wenn Plugins nicht das Problem sind, überprüfen Sie Ihr Theme:

  1. Via FTP, gehen Sie zu wp-content/themes/
  2. Benennen Sie Ihren aktiven Theme-Ordner um (z.B. "twentytwentyfour_disabled")
  3. WordPress aktiviert automatisch ein Standard-Theme
  4. Funktioniert die Website jetzt? Installieren Sie ein anderes Theme oder reparieren Sie Ihr aktuelles Theme

Tipp: Halten Sie immer ein Standard-WordPress-Theme installiert für solche Situationen.

Schritt 4: PHP Memory Limit erhöhen

Ein zu niedriges Memory Limit ist eine häufige Ursache. Es gibt mehrere Wege, dies zu erhöhen.

Via wp-config.php

Fügen Sie diese Zeile zu wp-config.php hinzu, vor der Zeile "That is all, stop editing!", um WP_MEMORY_LIMIT auf 256M zu setzen.

Via DirectAdmin

Die beste und dauerhafte Lösung ist via DirectAdmin:

  1. Loggen Sie sich in DirectAdmin ein
  2. Gehen Sie zu "Select PHP version" oder "PHP Settings"
  3. Suchen Sie "memory_limit" und erhöhen Sie auf 256M oder höher
  4. Speichern Sie die Einstellungen

Für mehr Details über PHP-Limits siehe unseren Artikel über PHP-Speicher und Limits erhöhen.

Schritt 5: WordPress-Core-Dateien wiederherstellen

Manchmal werden WordPress-Dateien korrupt. So stellen Sie sie wieder her:

  1. Laden Sie eine frische Kopie von WordPress von wordpress.org herunter
  2. Via FTP, laden Sie nur die Ordner wp-admin und wp-includes hoch
  3. Laden Sie auch lose Dateien im Hauptverzeichnis hoch (außer wp-config.php!)
  4. Achtung: Lassen Sie wp-content NICHT an, dort sind Ihre Uploads und Themes

Schritt 6: PHP-Version überprüfen

Eine inkompatible PHP-Version kann den WSOD verursachen:

  1. Loggen Sie sich in DirectAdmin ein
  2. Gehen Sie zu "Select PHP version"
  3. Überprüfen Sie, welche PHP-Version aktiv ist
  4. WordPress 6.x erfordert mindestens PHP 7.4, empfohlen ist PHP 8.1 oder 8.2
  5. Einige ältere Plugins funktionieren nicht mit PHP 8.x - versuchen Sie PHP 7.4

Schritt 7: Error Logs überprüfen

Wenn WP_DEBUG keine Ausgabe gibt, überprüfen Sie die Server Error Logs:

  1. In DirectAdmin, gehen Sie zu "Error Log"
  2. Schauen Sie die letzten Zeilen auf PHP-Fehler an
  3. Die Fehlermeldung weist Sie oft direkt auf das Problem hin

Bei Theory7 Hosting haben Sie immer Zugang zu Error Logs via DirectAdmin.

Häufige Fehlermeldungen

"Allowed memory size exhausted"

Erhöhen Sie das PHP Memory Limit wie in Schritt 4 beschrieben.

"Maximum execution time exceeded"

Erhöhen Sie die max_execution_time in DirectAdmin PHP Settings auf 300 Sekunden.

"Parse error: syntax error"

Es ist ein Tippfehler in einer PHP-Datei. Die Fehlermeldung zeigt genau welche Datei und welche Zeile.

"Fatal error: Call to undefined function"

Ein Plugin oder Theme verwendet eine Funktion, die in Ihrer PHP-Version nicht existiert. Aktualisieren Sie das Plugin oder wechseln Sie die PHP-Version.

Präventive Maßnahmen

Verhindern Sie zukünftige WSOD-Probleme:

  • Erstellen Sie regelmäßig Backups - Verwenden Sie ein Backup-Plugin oder die Backup-Funktion in DirectAdmin
  • Testen Sie Updates auf Staging - Aktualisieren Sie Plugins und Themes zuerst auf einer Staging-Umgebung
  • Halten Sie alles aktuell - Veraltete Plugins sind die größte Problemursache
  • Verwenden Sie Qualitäts-Plugins - Wählen Sie Plugins mit guten Bewertungen und regelmäßigen Updates

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Wenn Sie nicht weiterkommen, kontaktieren Sie den Theory7 Support. Wir helfen Ihnen gerne bei der Lösung von WordPress-Problemen.